Samstag, 1. August 2009

Für Bücherfreunde

Sempé hat für Bücherfreunde ein eigenes Büchlein diesen Namens zusammengestellt. Es handelt mehr von den Problemen derer, die schreiben als über den Inhalt von Büchern:
  • Die Ehefrau schreibt.
  • Einer schreibt ein Tagebuch.
  • Ein Verleger verhandelt mit einem Autor.
  • Beweggründe, zu schreiben.
  • der Autor in einer Gesllschaft

Natürlich sind Sempes Zeichnungen genial, sie rufen immer wieder Lächeln hervor.

Sonntag, 5. Juli 2009

Bist Du's Aeneas

In der Stadtbücherei ist derzeit eine reizende Ausstellung von Reprints. Vom Aussteller erfahren wir, dass es die unterschiedlichsten Verfahren gibt, um Reprints unters Volk zu bringen. Es gibt Billigreihen für Leser, die nur auf den Text aus sind, aber weil die Bücher vergriffen waren, sich teure Originalausgaben kaufen mussten. Diese Reihen sind häufig verkleinert und als Taschenbuchausgabe gedruckt. Es gibt aber auch teure Facsimileausgaben z.B. von der Gutenberg Bibel. Das riesige Buch kommt im Ledereinband. Es wird im 10 Farben-Druck hergestellt. Besonders teuer wird es , wenn mit Hand auch noch Blattgold aufgelegt wird.
Ich hab ein Reprint in der Kiste gefunden. Es ist doppelt anders. Es ist ein Reprint aus den Jahren 1784- 1788. Es enthält von 9 Büchern der Originalausgabe nur die 4 Bücher, die in der Schule gelesen werden. Es ist keine Originalausgabe der Aeneis von Virgil, sondern eine lustige Travestie. Dieszeigt besonders deutlich eine Szene in der Höhle, in der die beiden Protagonisten unabhängig voneinander vor dem Regen Schutz suchen. Der Autor Blumauer schreibt:

"So mußt' Aeneas unverhofft
In eine Höhle kommen,
Wo eben, bis auf's Hemdchen nass,
Die so verliebte Dido saß,
Ihr Unterröckchen trocknend."
:

Donnerstag, 4. Juni 2009

Worüber die Welt lacht.

In einer Bücherkiste finde ich ein Buch aus den 70er Jahren: "Worüber die Welt lacht" von dem weltbekannten Humoristen, Pierre Daninos.
Jede Kultur lacht anders, lernt man aus diesem Buch. So musss man in Japan seinen Geschäftspartner warnen:
"Achtung, ich erzähle jetzt einen Witz."
Nur dann kann man ihn zum Lachen bringen.
Jede Kultur hat andere Tabuthemen z.B.
Betrogene Ehemänner. Schlüpfrige Witze sind eher in einer Herrenrunde oder an der Bartheke geduldet.
In den letzten 30 Jahren hat sich sicher vieles geändert.
Im Gedächtnis sind noch die Muslimwitze, die in einer dänischen Zeitung veröffentlicht wurden. Sie hat im vorderen Orient manche Muslime so erbost, dass sie Autos umgeschmissen und in Brand gesteckt haben.

Die Herrenwitze sind als unsäglich bekannt, um so schlimmer finde ich es, wenn Feministinnen diese alten Witze erzählen, nur dass die Opfer dieser Witze nicht Frauen, sondern die Herren sind.

Montag, 11. Mai 2009

Chodowieckis Illustrationen der Klasssiker

Chodowieckis Illustrationen der Klassiker fiel mir in die Hände als ich für meinen Lesepfad Robinson recherchierte. Ch. hatte das Titelblatt für die erste Auflage von Campes Robinson der Jüngere 1807 gemacht, stand da. Schließlich fand ich heraus, dass Ch. schon 1801 gestorben war und die erste Auflage von Campes Buch bereits 1770 veröffentlicht wurde. Für alte Sachen ist mein Meyers Konversationslexikon von 1900 eben doch etwas zuverlässiger.
Im Vorwort zu dem Ch. Buch las ich, dass Jean Paul als der siebte Klassiker bezeichnet wird, aber die Namen der ersten sechs suchte ich mir mühsam zusammen, vielleicht sind es neben Goethe und Schiller noch Lessing, Klopstock, Wieland und Herder. Wegen seiner genauen Wiedergabe von Szenen aus dem Alltag zählt man Ch. zu den ersten Karikaturisten Deutschlands.

Dienstag, 7. April 2009

Schlaf schneller Genosse

Zumindest ältere Arbeiter machen sich über manche Anweisung zum schnelleren Arbeiten mit der Bemerkung "Schlaf schneller , Genosse" lustig.
Wollen sie zeigen, wie die Zensur eines totalitären Systems überlistet werden kann, erzählen sie eine Anfrage an Radio Eriwan. Nicht so verbreitet ist, dass das Musikal Annatevka vom Milchmann Teffje inspiriert ist.
Wie der Wodka in Russland regiert, wissen viele aus dem Hörspiel "Die Reise nach Petuschki" nach einem Roman von Wenedikt Jerofejew. Lustig ist Tschechovs Rede "Über die Unschädlichkeit des Tabaks". Valentin hat ähnliche Reden geschrieben z.B. "Der Regen".
Nun brauchen wir nur noch die Kette von Tschechov über Daniel Charms bis zu Jerofejew auffüllen, dann haben wir einen kurzen Aufriss der Literaturgeschichte des russsichen Humors. Zu nennen wären: Gogol, Awertschenko, Teffi, sodann die sowjetrussischen Satiriker Sostschenko, von dem Schlaf schneller ,Genosse, stammt, dann Romanow, Katajew,und Schiskow.
Ich lese sie gerne die Kurzgeschichten, die wirklich nur 4 Seiten lang sind.

Dienstag, 10. März 2009

Darwin für Erwachsene und Kinder

Hans Traxler illustrierte das schmale Büchlein, das einem mit 150 Seiten das Lesen von mehr als 1000 Seiten Darwin ersparen kann. Seine Zeichnungen machen Spaß und machen einem das Lernen leicht. Darwins Theorie von Mutation und Selektion zeigt er mit 3 Giraffen an einem Baum. Zwei haben einen kurzen Hals, während das dritte mit seinem langen Hals die Blätter des Baumes erreicht und munter sich daran labt.

Die Texte aus den Darwin Büchern wählte Volker Mosbrugge aus, der auch die verbindenden Worte verfasste. Der Insel-Verlag brachte das Buch 2008 heraus.

Sonntag, 1. Februar 2009

Veränderung von Mythen

Joachim Fernaus "Disteln für Hagen" war mir immer zu altbacken. Fernau ist mehr oder weniger vergessen.
Jetzt beschäftigt mich, wie Mythen verändert wurden bzw. neu und anders erzählt werden. In München fiel mir auf, dass die Daphne von Lüpertz dem Apoll entgegentritt und ihm den Kopf abschlägt. In der antiken Sage entzieht sie sich durch Verwandlung in einen Busch. Achternbusch lässt seinen Sisyphus sich in eine Frau verlieben, die seine Liebe erwidern wird, während 4 Sisyphus-Kinder sich am Stein abarbeiten. Die Sage über Siegfried ist vom Dichter der Nibelungenliedes kräftig umgearbeitet worden, zeigt Fernaus Buch im Einzelnen und damit ist sein Buch "Disteln für Hagen", das sich gut lesen lässt, für mich interessant. Ein Kölner Faschingslied hat auch etwas von der ursprünglichen Siegfried-Sage bewahrt, das stärkt Fernaus Glaubwürdigkeit:
"Siegfried , sät sie (eine alte Frau, "die kannt in ganz genau") ,wor zu fuul zum Lehre, Ging nor blänke, schmoore, karessere, Bis sie Vater säht: "Dat pass mer nit, Do küss mer vum Gymnasium" un dat in bei 'ne Schmid!"