Samstag, 27. Februar 2010
Der Schrebergarten von Kaminer
ich finde das Buch am Anfang sehr witzig und kralle mich fest. Mit Schrebergärten habe ich so Erfahrungen. Ich wollte mir einmal mit dem Fahrrad das Recht erkämpfen, das mir als Bayer die baýr, Verfassung zugesteht, nämlich den freien Zugang zu den Gewässern. Ich wählte dazu den Weg aus, der hinter Schrebergärten entlang dem Mühlbach im Münchner Norden führt.Die Schrebergärtner hemmten mich nur zeitweilig, weil sie den Zuschnitt ihrer Sträucher auf den Weg geworfen hatten, ein hoher Zaun um eine weiße Villa war da schon ein größeres Hindernis. Es war tatsächlich so, wie Kaminer schreibt, "die Schrebergärten schienen verlassen". Kaminer schreibt allerdings weiter: "Wer näher kommt, sieht die Hinterteile der Besitzer über den Beeten schweben." Ich sah wieder mal nichts. Das letzte Drittel des 225 Seiten dicken Buches ging allerdings sehr mühsam, die Witze haben sich allmählich in Moskau, im Kaukassus, wo seine Frau herstammt, und in Vereinsversammlungen abgenutzt.
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Samstag, 6. Februar 2010
Der ganze Erhardt
Es heißt immer, Deutsche können nicht komisch sein. Ich teile diese Ansicht nicht. Ich denke da an Erhardt, er war urkomisch und spielte eigentlich immer nur den Deutschen. Es gibt zur Zeit eine Art Erhardt Renaissance, den man viele Jahre gar nicht nennen durfte.
Ich las eine Biografie "Heinz Erhardt", erschienen im Lappanverlag 2009.
Am Schluß wusste ich immer noch nicht, warum Erhardt so lustig war, mir fehlte eine Analyse. Ich las im Vorwort nach, vielleicht hatte ich was übersehen. Hier versprachen die Autoren Berg und Klugmann:
"Leben und Werk des Humoristen ..sind.... erstmalig umfassend dargestellt."
Neben mir liegt das Goldmann-Taschenbuch "Das große Heinz Erhardt-Buch" mit mehr als 300 Seiten und mehr als 100 Gedichten. Die Biografie enthält gerade mal knapp 20 Gedichte , 3 Interviews und viele, viele Zitate von Zeitgenossen, von ihm selbst und seiner Familie. Selbst Interviews finde ich im Goldmann Taschenbuch, die hat aber Heinz Erhardt erfunden, während die drei in der Biografie die spontanen Einfälle, die Heinz beherrschte wie kein Zweiter, aufzeigen. Also doch etwas zugunsten der Biografie. Die Zitate aus seiner Autobiografie sind da etwas vorsichtiger formuliert, ich habe immer noch ein Defizit.
Also schaue ich mir in Youtube Heinz Ehhardt an. Es fällt auf , dass sich Gags wiederholen z.B. das Publikum klatscht, er winkt ab, er sei noch nicht am Ende. Dann folgt irgendetwas Belangloses. Ich höre, dass der Erhardt Imitator Hamer immer von der Oma aus "dem großen Heinz Erhardt Buch " vorgelesen bekam und er mal was Unterhaltliches auf die Bühne bringen wollte.
Ich las eine Biografie "Heinz Erhardt", erschienen im Lappanverlag 2009.
Am Schluß wusste ich immer noch nicht, warum Erhardt so lustig war, mir fehlte eine Analyse. Ich las im Vorwort nach, vielleicht hatte ich was übersehen. Hier versprachen die Autoren Berg und Klugmann:
"Leben und Werk des Humoristen ..sind.... erstmalig umfassend dargestellt."
Neben mir liegt das Goldmann-Taschenbuch "Das große Heinz Erhardt-Buch" mit mehr als 300 Seiten und mehr als 100 Gedichten. Die Biografie enthält gerade mal knapp 20 Gedichte , 3 Interviews und viele, viele Zitate von Zeitgenossen, von ihm selbst und seiner Familie. Selbst Interviews finde ich im Goldmann Taschenbuch, die hat aber Heinz Erhardt erfunden, während die drei in der Biografie die spontanen Einfälle, die Heinz beherrschte wie kein Zweiter, aufzeigen. Also doch etwas zugunsten der Biografie. Die Zitate aus seiner Autobiografie sind da etwas vorsichtiger formuliert, ich habe immer noch ein Defizit.
Also schaue ich mir in Youtube Heinz Ehhardt an. Es fällt auf , dass sich Gags wiederholen z.B. das Publikum klatscht, er winkt ab, er sei noch nicht am Ende. Dann folgt irgendetwas Belangloses. Ich höre, dass der Erhardt Imitator Hamer immer von der Oma aus "dem großen Heinz Erhardt Buch " vorgelesen bekam und er mal was Unterhaltliches auf die Bühne bringen wollte.
Dienstag, 5. Januar 2010
Mein Lieblingsbuch
Wenn ich den Artikel "Mein Lieblingsbuch" in der SZ lese, dann bin ich meist etwas deprimiert, weil die Autoren so tolle Lesekarrieren hinter sich haben. Diesmal ist zwar im Elternhaus ein toller Bücherschrank, die Eltern lesen, der Bub wird angehalten zu lesen, aber der Bub liest das, was ich auch gelesen habe, Karl May, Das neue Universum. Er liest und sammelt die Sanella-Sammelalben und findet die Erzählungen der einzelnen Länder heute noch spannend. Mich haben diese Geschichten angeödet, ich konnte sie nicht ausstehen, aber das Sanellaalbum Mittel- und Südamerika war mein erstes eigenes Buch, obwohl wir zu Hause keine Sanella kauften. Ich brachte mit vielen, fast illegalen Tricks und Tauschgeschäften alle Bilder bis auf vier zusammen. Die letzten Vier beschaffte mir vor einiger Zeit ein Antiquar, so dass ich jetzt in hohem Alter ein vollständiges Sammelalbum besitze. Ich besitze noch den Karl May Nummer Eins "Durch die Wüste", den ich mal zu Weihnachten bekam. Ich dachte, ihm würden weitere Karl Mays folgen, kam aber keiner. Ich leihte mir diese bei der Pfarrbücherei Sankt Michael aus. Meine jüngere Schwester hatte zum Schluß mehr Karl May gelesen als ich.
Dann las ich noch viel Schund. Ich durfte zwar keine Hefte kaufen oder im Haus aufbewahren, aber ich las die ausgeliehenen Hefte dann in der Holzlege.
Dann las ich noch viel Schund. Ich durfte zwar keine Hefte kaufen oder im Haus aufbewahren, aber ich las die ausgeliehenen Hefte dann in der Holzlege.
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Donnerstag, 3. Dezember 2009
Seewolf von Jack London
Im ZDF sahen wir die x.te Verfilmung von Seewolf. Ich wollte den Seewolf lesen, d.h. ich wollte ihn in einer deutschen und in einer englischen Ausgabe gleichzeitig lesen. Ich dachte, ich müsste irgendwelche englischen Ausgaben in meiner Sammlung haben, weil Jack Londoon gerne an den Schulen gelesen wurde und eine deutsche Ausgabe, weil ich mich schwach erinnerte, dass ich eine solche in einer der zwei Kisten gefunden hatte. Zudem hatte ich m.E. einen Lesepfad Wölfe eingerichtet, zu dem ich Bücher sammle, wo im Buch der Wolf eine entscheidende Bedeutung hat und zwar deshalb, weil immer argumentiert wird, der Wolf gehöre wieder in der BRD eingebürgert. Ich dachte an die Romane wie Gösta Berling von Selma Lagerlöf, Werwolf von Hermann Löns, "Der mit dem Wolf tanzt" von Michael Blake.
Ich fand weder eine englische, noch eine deutsche. Die englische, ein preiswertes Taschenbuch, das in Neuseeland herausgegeben wird, beschaffte mir schließlich meine Tochter, die 1 Jahr in USA war. Nachdem ich die genannten Bücher im Keller in der alphabetischen Aufstellung fand, dachte ich darüber nach, ob ich anderswo einen Jack London finde. Schließlich fiel mir ein, das ich Jack London ggf. als Jugendbuch-schriftsteller eingeschätzt und das Buch unter Liesls Bücher eingereiht hatte. Ich ging in den Keller und hatte diesmal das Buch in wenigen Sekunden gefunden. Es stand unter den Jugendbüchern unter L.
Ich fand weder eine englische, noch eine deutsche. Die englische, ein preiswertes Taschenbuch, das in Neuseeland herausgegeben wird, beschaffte mir schließlich meine Tochter, die 1 Jahr in USA war. Nachdem ich die genannten Bücher im Keller in der alphabetischen Aufstellung fand, dachte ich darüber nach, ob ich anderswo einen Jack London finde. Schließlich fiel mir ein, das ich Jack London ggf. als Jugendbuch-schriftsteller eingeschätzt und das Buch unter Liesls Bücher eingereiht hatte. Ich ging in den Keller und hatte diesmal das Buch in wenigen Sekunden gefunden. Es stand unter den Jugendbüchern unter L.
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Donnerstag, 5. November 2009
Henriette Vogel
Karin Reschke schreibt ein fiktives Findebuch = Tagebuch der Henriette Vogel. Henriette ist die unheilbar kranke Frau, die Kleist bewog, mit ihm in den Tod zu gehen. Das geschieht dadurch, dass Kleist am Ufer des Wannsees Henriette tot schießt und dann sich selbst. In meiner Literaturgeschichte wird das so beshrieben:
"Kleist ging mit der unheilbar kranken Frau Henriette Vogel gemeinsam in den Tod."
Genau genommen war Kleist der Täter, der anschließend Selbstmord beging. Kleist hatte schon mehrere Personen für diesen Weg gewinnen wollen, aber diese haben immer abgelehnt, anders Henriette: Das Findebuch läßt folgende Beweggründe vermuten:
"Kleist ging mit der unheilbar kranken Frau Henriette Vogel gemeinsam in den Tod."
Genau genommen war Kleist der Täter, der anschließend Selbstmord beging. Kleist hatte schon mehrere Personen für diesen Weg gewinnen wollen, aber diese haben immer abgelehnt, anders Henriette: Das Findebuch läßt folgende Beweggründe vermuten:
- Henriette war unheilbar krank.
- Sie und ihr Ehemann Vogel hatten sich auseinandergelebt.
- Henriette hatte emanzipatorisches Gedankengut aufgenommen u.a. auch den von der freien Liebe.
- Henriette hatte sich in Kleist verliebt.
Ich musste lange lesen, bis endlich Kleist im Tagebuch auftauchte. Im fiktiven Findebuch setzt sich Henriette nicht damit auseinander, dass Kleist ihr das Angebot unterbreitete und sie dem aus welchen Gründen folgte, aber aie schreibt genaueres zu den oben angeführten Gründen:
- Die Krankheit(ein Unterleibskrebs) und ihre Folgen sind ausführlich beschrieben.
- Sie ist außer sich, als ihr Ehemann sie in einer Weinlaune Kleist "schenkt".
- Sie schildert , wie sie sich eines Nachts in ein Haus begibt, in dem Freier offensichtlich auf Frauen warten.
- Sie schreibt einen Liebesbrief, in dem sie Kleist mit großen Liebesworten anspricht.
Donnerstag, 1. Oktober 2009
Italo Calvini, Marcovaldo
Italo Carvino erzählt die Geschichten eines naturliebenden Hilfsarbeiters in der Großstadt. Er liebt klares Wasser, er will in Ruhe schlafen, er sorgt sich für Pflanzen und Tiere, er geht im Nebel nach Hause.
Mir fällt an seinen Geschichten auf, dass wir oft ähnliche Geschichten erleben. Sie unterscheiden sich, klar, wir sitzen am Stadtrand in einer Kleinstadt, die Isarau mit ihren Auwäldern und Aubächen liegt direkt vor unserer Nase, Baggerseen mit ihrem klaren Wasser sehen uns dauernd beim Schwimmen.
Unsere Geschichten enden auch alle gut, auf dem Nachhauseweg verirre ich mich mit dem Fahrrad direkt neben dem Weg und wäre im Schnee bald eingeschlafen vor Erschöpfung, Marcocaldo kommt im Nebel am Flughafen an und fliegt nach Indien.
Mir fällt an seinen Geschichten auf, dass wir oft ähnliche Geschichten erleben. Sie unterscheiden sich, klar, wir sitzen am Stadtrand in einer Kleinstadt, die Isarau mit ihren Auwäldern und Aubächen liegt direkt vor unserer Nase, Baggerseen mit ihrem klaren Wasser sehen uns dauernd beim Schwimmen.
Unsere Geschichten enden auch alle gut, auf dem Nachhauseweg verirre ich mich mit dem Fahrrad direkt neben dem Weg und wäre im Schnee bald eingeschlafen vor Erschöpfung, Marcocaldo kommt im Nebel am Flughafen an und fliegt nach Indien.
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Donnerstag, 3. September 2009
Karikaturenbuch Sokol
Die Karikaturen des Österreichers Deix finden nicht bloß Bewunderer, manchem graust, wenn er sich die Bilder anschaut. In der Stadt Krems gibt es ein eigenes Deix-Museum, wo solche Bilder zu finden sind.
Umso erstaunlicher ist es , wenn Deix sich auf folgende Vorbilder beruft:
Wilhelm Busch, Crumb und Sokol.
Ich kaufe mir ein Buch von Sokol, der von Deix als sein wichtigstes Vorbild bezeichnet wird. Kein einziges grausliches Bild, den Deckel des Buches ziert ein Portrait vom Monaco Franze. Eine richtige Gesichtslandschaft mit Hügeln, funkelnden Augen, und einem großen sinnlichen Mund.
Das ist kein Politiker und Bundestagsabgeordneter, die das Repertoire des Altmeisters Daumier gebildet haben, sondern das Bild eines zumindest in Bayern berühmten und ehmals beliebten Filmschauspielers. Fischer ist nicht häßlich, sondern markant und bezeichnend gemalt. Und daraus macht Erwin Deix so häßliche Gestalten?
Umso erstaunlicher ist es , wenn Deix sich auf folgende Vorbilder beruft:
Wilhelm Busch, Crumb und Sokol.
Ich kaufe mir ein Buch von Sokol, der von Deix als sein wichtigstes Vorbild bezeichnet wird. Kein einziges grausliches Bild, den Deckel des Buches ziert ein Portrait vom Monaco Franze. Eine richtige Gesichtslandschaft mit Hügeln, funkelnden Augen, und einem großen sinnlichen Mund.
Das ist kein Politiker und Bundestagsabgeordneter, die das Repertoire des Altmeisters Daumier gebildet haben, sondern das Bild eines zumindest in Bayern berühmten und ehmals beliebten Filmschauspielers. Fischer ist nicht häßlich, sondern markant und bezeichnend gemalt. Und daraus macht Erwin Deix so häßliche Gestalten?
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