Beim ersten Mal lesen habe ich mich recht geärgert. Ich hatte den Eindruck, Polt hätte meinen Kooperator Strohhammer aus Altötting nach München versetzt. Den Strohammer kannte Polt, weil er in Altötting aufgewachsen ist. Irgendwann muß er nach München umgezogen sein, weil er in München Abitur machte. Vor kurzem erfuhr ich von meiner Schwester, dass Mamfred Ismeier, Polts bester Freund und namentlich in Hundkrüppel zitiert, ein Altöttinger ist und Polt viel mit ihm zusammen war. Kurz und gut, ich ordnete 19 Geschichten Altötting und 20 Geschichten München zu. 4 Geschichten ließen sich nicht zuordnen, weil keine Hinweise im Text enthalten sind, außerdem schienen sie mir eher aus Erwachsenensicht geschrieben wie die Geschichte "Empfehlung" und weniger aus der Sicht eines Kindes oder jungen Burschen, wie Polt sich nennt.
Aus Altötting ist mir zu Polt bekannt:
Die Polts waren in Altötting beim Onkel untergebracht, der Metzger war. Dass dessen Vater in einem Kühlschrank hauste, ist unvorstellbar, eher ging der Vater in den Kühlraum, wenn es denn einen gegeben hätte.
Sein bester Freund war der Mamfred Ismeier.
Der Mesner der Stiftskirche hätte zu ihm Hundskrrüppel gesagt, aber ihm keine Watschen oder einen Spitz gegeben.
Ich hatte Beichtunterricht beim Kooperator Strohhammer zwei Jahre vor Polt.
Zwei Hinterschwöpfinger gingen mit mir in diesselbe Klasse.
In meine Klasse ging der Flüchtling Franz März, der vielleicht einen kleineren Bruder Wolfgang hatte. Ich kann mich durchaus auch der Lichtspiele an den Ohren der "Kinderkollegen"erinnern, die eine Bank vor mir knieten.
Mein großer Bruder erzählte mir, um mich zu erschrecken, die Geschichte von der Fliege im Leichenhaus, die Polt in anderem Zusammenhang gerne erzählt. Mein Bruder behauptete stur und steif, Polt habe die Geschichte von ihm. Es ist durchaus möglich, dass mein Bruder ihn mal getroffen hat, da die Metzgerei nahe am Friedhof gelegen war und wir als Kinder , wenn es uns langweilig war, die im Leichenhaus aufgebahrten Leichen ansahen.
Montag, 3. November 2008
Dienstag, 7. Oktober 2008
555 komische Gedichte
Das Buch kostet in einer Sonderausgabe ganze 15 €. Die Autoren haben komische Gedichte aus mehreren Jahrhunderten zusammengetragen und in drei Kapitel gegliedert: einem harten Kern, dann ein bißchen mehr und schließlich den großen Rest in einem Humorgarten. In diesem Garten zu schlendern, bringt manch nette Überrasching; sogar Schlagern, denen ich in jüngeren Jahren ausgewichen bin, begegne ich hier: so erfahre ich, dass die Zuckerpuppe aus der Bauchtanzgruppe die Helga aus Wuppertal ist. oder der alte, wettergegerbte Seebär für seine Mutter immer das kleine Baby bleibt. Viel zum Lachen und Schmunzeln. ich lese weiter, vielleicht kann ich mal eines der Gedichte für einen Stammtisch brauchen, ich muss mich allerdings davor hüten, ein Gedicht von Georg Kreisler auszuwählen, das hat , glaube ich, trotzdem es lustig daherkommt, so seine Haken.
Freitag, 5. September 2008
Stefan Zweig Sternstunden der Menschheit
Bei dem Thema "Bücher, die die Welt bewegten" fiel mir das Buch von Stefan Zweig ein "Sternstunden der Menschheit." Bei Stefan Zweig steht die Tat im Vordergrund, nicht das Wort. Hier handelt er so wie Faust: Nicht das Wort, sondern "Am Anfang war die Tat". St. Zweig beschreibt 3 Schriftsteller Tolstoi, Dostojewski und Goethe. Tostoi wird vorgeworfen, er schreibt Bücher, die viele zu revolutionären Taten inm Zarenreich anregten, aber ihnen fehlte n.M. Stefan Zweigs Tostois Tat. Tostoi will die Tat, er schreibt das Urheberrecht seiner Werke der ganzen Menschheit zu und flieht aus seiner häuslichen Umgebung. Er stirbt mit 83 Jahren , nach Meinung vieler an den Folgen einer Erkältung , die er sich auf der Flucht zugezogen hat.
Sind es die Bücher, die zur Revolution anstifteten? Ist es die Flucht, die ihren Inhalten Glaubwürdigkeit verliehen? Oder ist es Lenin, der der Russischen Revolution der Bauern und Arbeiter zum Sieg verhalf,wie es St. Zweig im letzten Beitrag des Buches beschreibt?
Marienbader Elegie ist der Titel der Geschichte über Goethe. Ich habe den Eindruck, dass es St. Zweig darum geht, dass durch die Liebe zur 19 jährigen Ulrike in Goethe viele Verkrustungen seines Lebens duch das Aufbrechen der Gefühle beseitigt wurden und er so in die Lage versetzt wurde, nach der Entsagung der Liebe sein Lebenswerk mit Faust II und Wilhelm Meisters Wanderjahren abzuschließen und so der Menschheit seine Werk als unendlichen Schatz der Dichtung und Lebensweisheit zu hinterlassen.
Dass Händel den Messias nach einer schweren Krankheit schuf , hält Stefan Zweig schon für eine Sternstunde, d.h.. für ein Geschenk an die Menschheit. Den Begriff des Buches müssen wir allerdings um die Partitur erweitern.
Stefan Zweig hat Russland, Europa, den Orient und Südamerika einbezogen, nicht nur die angloamerikanische Welt wie das Buch "12 Bücher, die die Welt veränderten." Er hat den Begriff Buch um die Partitur und das Lied erweitert. Er hat die Wirkung des Buches nicht unmittelbar gesehen, sondern überlegt: Wie erhält das Buch seine Wirksamkeit durch die Tat?
Sind es die Bücher, die zur Revolution anstifteten? Ist es die Flucht, die ihren Inhalten Glaubwürdigkeit verliehen? Oder ist es Lenin, der der Russischen Revolution der Bauern und Arbeiter zum Sieg verhalf,wie es St. Zweig im letzten Beitrag des Buches beschreibt?
Marienbader Elegie ist der Titel der Geschichte über Goethe. Ich habe den Eindruck, dass es St. Zweig darum geht, dass durch die Liebe zur 19 jährigen Ulrike in Goethe viele Verkrustungen seines Lebens duch das Aufbrechen der Gefühle beseitigt wurden und er so in die Lage versetzt wurde, nach der Entsagung der Liebe sein Lebenswerk mit Faust II und Wilhelm Meisters Wanderjahren abzuschließen und so der Menschheit seine Werk als unendlichen Schatz der Dichtung und Lebensweisheit zu hinterlassen.
Dass Händel den Messias nach einer schweren Krankheit schuf , hält Stefan Zweig schon für eine Sternstunde, d.h.. für ein Geschenk an die Menschheit. Den Begriff des Buches müssen wir allerdings um die Partitur erweitern.
Stefan Zweig hat Russland, Europa, den Orient und Südamerika einbezogen, nicht nur die angloamerikanische Welt wie das Buch "12 Bücher, die die Welt veränderten." Er hat den Begriff Buch um die Partitur und das Lied erweitert. Er hat die Wirkung des Buches nicht unmittelbar gesehen, sondern überlegt: Wie erhält das Buch seine Wirksamkeit durch die Tat?
Freitag, 29. August 2008
Bücher, die die Welt bewegten
Das Buch "12 Books that changed the world" von Melvyn Bragg trägt den Untertitel
"How words and wisdom have shaped our lives" . Damit kommt der Autor etwas weg vom Begriff Buch. In seine Auswahl hat er, was ich toll finde, eine Patentschrift, eine Spielregel und einen Vertrag (Magna Charta) aufgenommen. Bei der Auswahl berücksichtigt er nur angloamerikanische Autoren, was ich ihm zugestehe, aber heutzutage doch für zu beschränkt halte. Um britisch zu bleiben, hat er die von Briten übersetzte Bibel ausgewählt. Ansonsten geht er von hehren Menschheitszielen aus: Gleichberechtigung der Frauen, sexuelle Revolution, Abschaffung der Sklaverei oder Änderungen des (westlichen) Weltbildes durch die Wissenschaftler Newton (Begründer der physikalischen Gesetze), Faraday (Wegbereiter der Elektrizität) und Darwin (Der Mensch ist nicht mehr Mittelpunkt der Schöpfung, Evolution).
Den Geistesheroen Shakespeare hat er nicht vergessen. Unser Goethe ist meiner Meinung nach gegen Shakespeare etwas schwachbrüstig und leider 150 Jahre später. Zudem wählt er Adam Smith aus, der die Grundlagen für die Ökonomie gelegt hat.
Er begründet sorgfältig seine Auswahl und zeigt die Wirkungen der Bücher über die Jahrhunderte bis zur jetzigen Zeit auf. Er macht seine Auswahlgründe transparent und erleichtert so das Nachdenken darüber, was man als Garchinger dazu meinen könnte. Viel fällt mir allerdings nicht ein, aber was wäre mit Heisenbergs Formulierung der Unschärferelation ?Oder bricht da der alte Streit mit Einstein wieder aus?
"How words and wisdom have shaped our lives" . Damit kommt der Autor etwas weg vom Begriff Buch. In seine Auswahl hat er, was ich toll finde, eine Patentschrift, eine Spielregel und einen Vertrag (Magna Charta) aufgenommen. Bei der Auswahl berücksichtigt er nur angloamerikanische Autoren, was ich ihm zugestehe, aber heutzutage doch für zu beschränkt halte. Um britisch zu bleiben, hat er die von Briten übersetzte Bibel ausgewählt. Ansonsten geht er von hehren Menschheitszielen aus: Gleichberechtigung der Frauen, sexuelle Revolution, Abschaffung der Sklaverei oder Änderungen des (westlichen) Weltbildes durch die Wissenschaftler Newton (Begründer der physikalischen Gesetze), Faraday (Wegbereiter der Elektrizität) und Darwin (Der Mensch ist nicht mehr Mittelpunkt der Schöpfung, Evolution).
Den Geistesheroen Shakespeare hat er nicht vergessen. Unser Goethe ist meiner Meinung nach gegen Shakespeare etwas schwachbrüstig und leider 150 Jahre später. Zudem wählt er Adam Smith aus, der die Grundlagen für die Ökonomie gelegt hat.
Er begründet sorgfältig seine Auswahl und zeigt die Wirkungen der Bücher über die Jahrhunderte bis zur jetzigen Zeit auf. Er macht seine Auswahlgründe transparent und erleichtert so das Nachdenken darüber, was man als Garchinger dazu meinen könnte. Viel fällt mir allerdings nicht ein, aber was wäre mit Heisenbergs Formulierung der Unschärferelation ?Oder bricht da der alte Streit mit Einstein wieder aus?
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Donnerstag, 17. Juli 2008
Dickens, ein Satiriker
Kaum einer weiß, dass Dickens zuerst Geschichten zu Karikaturen schrieb. Klar wird einem die satirtírische und lustige Seite von Dickens erst wenn der ganze ´Weihnachtsrummel abfällt. Das geschieht in dem relativ unbekannten Büchern "Klein Dorrit" und "Geschichten aus zwei Städten."
In "Klein Dorrit" schreibt Dickens über die Staatskunst. Das Amt für Umschweife ist das wichtigste Amt überhaupt. Alles wird von diesem Amt bearbeitet, selten kommt irgendetwas heraus. Der Bürger wird an der Nase herumgeführt bis er verzweifelt und aufgibt, Kafka ist hier nicht weit.
Bei der Geschichte aus den zwei Städten fällt auf, dass zu Füssen der Guillotine Frauen sitzen, die stricken. Sie vertun sich damit die Zeit, aber sie passen auf, dass alles mit Recht und Ordnung zu geht, da gibt es kein Pardon, das Gesetz der Revolution wird durch das Stricken bestimmt. Die Kapitel heißem dementsprechend:
Stricken, Immer noch stricken, Fertig mit Stricken.
In "Klein Dorrit" schreibt Dickens über die Staatskunst. Das Amt für Umschweife ist das wichtigste Amt überhaupt. Alles wird von diesem Amt bearbeitet, selten kommt irgendetwas heraus. Der Bürger wird an der Nase herumgeführt bis er verzweifelt und aufgibt, Kafka ist hier nicht weit.
Bei der Geschichte aus den zwei Städten fällt auf, dass zu Füssen der Guillotine Frauen sitzen, die stricken. Sie vertun sich damit die Zeit, aber sie passen auf, dass alles mit Recht und Ordnung zu geht, da gibt es kein Pardon, das Gesetz der Revolution wird durch das Stricken bestimmt. Die Kapitel heißem dementsprechend:
Stricken, Immer noch stricken, Fertig mit Stricken.
Montag, 7. Juli 2008
Anekdotenbücher außer Mode
Ich habe den Eindruck Anekdotenbücher sind aus der Mode gekommen.
Wenn ich meine alten Bücher durchsehe, finde ich eine Menge Anekdotenbücher. Jeder Berufsstand hat seine Anekdotenbücher herausgegeben, so Chemiker (Verlag Chemie 1957). Ich finde bei mir "Der bunte Teppich" Anekdoten aus dem vorderen Orient 1957 vom Bechtle Verlag , der eine ganze Reihe Anekdoten aufgelegt hat:
Südafrikanische, Spanische Geschichten
Heiteres aus der Welt des Theaters, der Musik
Heiteres aus der Kindheit berühmter Leute
Heiteres aus dem Alltag
Heiteres von Richtern, Pfarrern, Lehrern, Ärzten, Patienten, Militär, Politik.
Kalender und Redner leben heute noch von Anekdoten, so hat der scheidende Leiter der VhS München Nord erzählt:
"Django Asül, als er noch völlig unbekannt war, wollte von mir, beim Kulturdonnerstag engagiert werden: "Nehmen's mich jetzt, in drei Jahren können Sie sich mich nicht mehr leisten."
Wenn ich meine alten Bücher durchsehe, finde ich eine Menge Anekdotenbücher. Jeder Berufsstand hat seine Anekdotenbücher herausgegeben, so Chemiker (Verlag Chemie 1957). Ich finde bei mir "Der bunte Teppich" Anekdoten aus dem vorderen Orient 1957 vom Bechtle Verlag , der eine ganze Reihe Anekdoten aufgelegt hat:
Südafrikanische, Spanische Geschichten
Heiteres aus der Welt des Theaters, der Musik
Heiteres aus der Kindheit berühmter Leute
Heiteres aus dem Alltag
Heiteres von Richtern, Pfarrern, Lehrern, Ärzten, Patienten, Militär, Politik.
Kalender und Redner leben heute noch von Anekdoten, so hat der scheidende Leiter der VhS München Nord erzählt:
"Django Asül, als er noch völlig unbekannt war, wollte von mir, beim Kulturdonnerstag engagiert werden: "Nehmen's mich jetzt, in drei Jahren können Sie sich mich nicht mehr leisten."
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Lachen mit Henri Troyat
"Der Apfel Evas" von Henri Troayt ist 1967 im Nymphenburger Verlag erschienen und enthält Erzählungen. Es stand im weißen Schrank in einem Regalfach, wo ich mal geschenkte Bücher einstellte, die mich nicht besonders interessierten. Beinahe hätte ich es aussortiert und in eine der Bücherkisten der Stadbücherei oder des Seniorentreffs versenkt. Derzeit lese ich aber gerade auf dem Lesepfad "Lustige Kurzgeschichten". So las ich in die kürzeste Erzählung des Buches hinein und war überrascht, wie leicht und lustig sich die Geschichte las. Jetzt interessierte ich mich für den Autor Henri Troyat. In meinem Gewährsbuch "Aller Spaß dieser Welt" befand sich kein Hinweis. In einer meiner Literaturgeschichten war er aufgeführt:
"Französicher Schriftsteller russischer Herkunft erhielt mit 26 Jahren den Prix Goncourt. In hohem Alter wurde er Mitglied der Académie Française."
Ich hatte, wie Spiegel online zu seinem Tod bemerkte, "eine(n) der populärsten Schriftsteller Frankreichs" der Jetztzeit gefunden und lustig sind die Geschichten allemal. Vielleicht ist das ein Kriterium in Frankreich für einen Bestssellerautor.
"Französicher Schriftsteller russischer Herkunft erhielt mit 26 Jahren den Prix Goncourt. In hohem Alter wurde er Mitglied der Académie Française."
Ich hatte, wie Spiegel online zu seinem Tod bemerkte, "eine(n) der populärsten Schriftsteller Frankreichs" der Jetztzeit gefunden und lustig sind die Geschichten allemal. Vielleicht ist das ein Kriterium in Frankreich für einen Bestssellerautor.
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